Splittesten anno 1998

Beim Aufräumen alter Unterlagen bin ich auf meine schriftlichen Aufzeichnungen gestossen, die ich damals gemacht habe, um meine Mailingaktionen in Zahlen zu erfassen.

Die gefundenen Statistiken sind vom Ende der Neunziger Jahre. Bereits damals habe ich meine Mailings in verschiedenen Varianten raus geschickt. Mein Antrieb, meine Motivation war dabei einzig und allein,  heraus zu finden, mit welchen Mitteln ich mehr Kunden gewinnen konnte.  Von Mitarbeitern bin ich wegen meiner Strichlisten belächelt worden.

Einmal habe ich sogar rote Briefumschläge genommen. Das als Finanzberater !!! Über manche Sachen und Versuche kann ich heute selbst nur lächeln und den Kopf schütteln. Beim Sichten der alten Unterlagen kamen viele Erinnerungen wieder hoch. Musste mich richtig losreissen. Zu dieser Zeit hat es noch gewirkt, ein kleines Puzzlebild zerlegt in den Brief zu streuen und das eine fehlende Puzzleteilchen im Nachfassbesuch mitzubringen. Das hat wenig mit Texten zu tun, meinen Sie vielleicht. Irrtum. Die ganze Aktion war um die Puzzleteile herum aufgebaut. …. Erinnerungen.

Das Testen ist heute gerade im Internet durch softwaregesteuerte Programme per Tastendruck zu handhaben. Nicht mehr zu vergleichen mit meinen alten Strichlisten.

Heute  verschicke ich keine “reale” Briefpost mehr, um für mich und meine Dienstleistung zu werben. Die Werbung an sich ist vollkommen in den Hintergrund getreten. Viel wichtiger ist das Liefern von Informationen, die dem Leser einen wirklichen und sofortigen Nutzen bringen. Kein leeres Blabla und Allgemeinplätze, die man schon überall finden kann. Mit dem Mainstream zu schwimmen, hat viele Vorteile. Sicherheit. Man kann nichts verkehrt machen. Doch wirkliche Erfolge entstehen in den wenigsten Fällen aus dem Mainstream heraus.

Soviel jetzt meine nostalgischen Anwandlungen. Im nächsten Beitrag dann wieder Näheres zum Thema “Führungskräfte und Social Media”.

Amplify

Braucht jeder eine Homepage?

JA. Und einen Blog noch dazu.

Weshalb behaupte ich das so rigoros?

Weil es das schnellste, effektivste und effizienteste Mittel ist, sich und sein Produkt oder Dienstleistung bekannt zu machen. Damit meine ich nicht nur Unternehmen sondern auch alle Führungskräfte und Fachleute.  Nicht zu vergessen auch alle Vereine oder Gruppen, wo sich Menschen zusammen tun, um eine Idee oder auch nur ein “Gefühl” zu verbreiten oder zu leben.

Von der aktuellen Krise kann man halten, was man will. Fakt ist, es verkauft sich nicht mehr so leicht und das Jobkarusell kreist unaufhaltsam. Kein Unternehmer kann sich mehr seiner Aufträge und Kunden sicher sein und kein Arbeitsplatz ist mehr sicher. Noch mehr Insolvenzen und noch mehr Taxifahrende Banker.

Die aktuelle Situation wird sich noch verschärfen und dann ist der gut dran, der frühzeitig neue Weichen gestellt hat.  Sagen Sie nicht, das ist doch nur allgemeines Blabla.

Wie sieht es denn tatsächlich aus?

Dem mittelständischen Metallbetrieb (als Beispiel) brechen immer mehr Kunden weg, weil er in einer Kette von sich zuliefernden Unternehmen ist, die mit dem Endprodukt immer weniger Umsatz machen bzw. die Stückzahlen drastig zurück gehen.

Nun wächst die Angst. Dem eigenen Vertriebs- und Verkaufsbereich wird Feuer unter den Hintern gemacht. Es werden Mailings verschickt und die Printmedien mobilisiert. Klassische Werbung. Tausende Euros für die Altpapiertonne. Briefe werden nicht gelesen oder nur halbherzig, Prospekte landen direkt in Ablage “P” oder auf dem Prospektstapel, der später im Ganzen weg fliegt. Zeitungsanzeigen liest auch keiner mehr, weil die Zeitungen gar nicht mehr gelesen werden. Und der Aussendienst läuft sich die Haken ab.

“Machen doch alle so.” und “Was sollen wir denn anderes tun?” wird mir oft entgegnet.

Erst einmal …. was alle tun, muss das auch richtig sein?  Nur weil es alle tun?

“Keine Zeit und kein Geld”

Klar haben sie keine Zeit. Muss ja Jemand die ganzen Mailings verfassen, absegnen, schreiben, drucken, eintüten und zur Post briingen. Und die unzustellbaren Rückläufer bekommen auch einen Posteingangsstempel.

Kein Geld …. siehe oben. Ist der Chef  Zigarrenliebhaber, tut er gut daran, sich mit einem 1000 Euro- Schein eine gute Zigarre anzuzünden. Da hat er mehr davon.

Und dann reden alle von Kurzarbeit und einer schiebt es auf den anderen und alle schieben es auf die Banker, auf die Politiker und wem keine Person oder Berufsgruppe einfällt, schiebt es auf die Krise. Verhauen Sie die Krise, wenn Sie sie treffen.

Was gibt es für Alternativen?

  1. Bringen Sie Ruhe rein. Weg mit hektischem Aktionismus und blinder Betriebsamkeit. Ende mit Schuldzuweisungen und Schluss mit der Suche nach einem Schuldigen.
  2. Alle bisherigen Verkaufsmethoden, -mittel, -wege auf den Tisch und messbar abrechnen. Kurz, knapp, schnell. Alles, was nichts bringt – weg. Auch auf die Gefahr hin, dass der Tisch ganz leer wird und die Gesichter lang. Werfen Sie die gedruckten Prospekte nicht weg, wäre schade drum. Sie brauchen Sie noch und bezahlt sind sie eh. Doch es kann schon ganz schön weh tun, wenn man erkennt, dass die alten Aktivitäten und Massnahmen nicht mehr greifen.
  3. Sofortmassnahmen. Und ich meine wirklich SOFORT. Was geht SOFORT und schnell und kostet nicht die Welt? Das wird doch nicht etwas das Telefon sein, um Bestandskunden, weggefallene Kunden und noch NEIN-sagende potenzielle Kunden anzurufen und nach Aufträgen zu fragen?
  4. Mittelfristige und langfristige Massnahmen. Damit bin ich bei meiner Überschrift dieses Artikels. Es geht um die Nutzung all der neuen Medien, die sich uns bieten und die wir auch selbst nutzen. Doch nutzen wir sie auch richtig? Und nicht nur nutzen …. messbare Ergebnisse ist DAS Stichwort. Überall wird gespart. Die klassischen Werbemittel, wie Anzeigen in gedruckter Form oder Werbespots funktionieren nicht mehr oder immer weniger. Noch mehr Geld für immer weniger Ergebnisse … können sich nicht einmal mehr die Grossbetriebe leisten.

Eine Frage:

Stehen Sie im Branchen(Telefon)Buch? Ja.

Mit einer kostenpflichtigen Anzeige? Ja.

Wann haben Sie das letzte Mal selbst in dem Branchen(Telefon)Buch gesucht? …. Mmmmhhhh???

Jetzt können Sie mir entgegnen, dass diese Verzeichnisse heute auch alle Online-Ausgaben haben. Richtig. Doch wie führen die dortigen Einträge zu Ihnen?

Überlegen Sie sich, wie Sie selbst vorgehen, wenn Sie etwas suchen und dabei auf einen solchen Verzeichnis- Eintrag stossen. Was tun Sie? Ja, richtig, Sie suchen den Link zur Homepage. Keiner da oder geht nicht? Tschüss. Doch einer da und geht auch …. klasse … Sie haben 5 Sekunden … 21, 22, 23, 24, 25 …. noch da????

Tatsache ist, all diese Verzeichnis- Einträge sind zwar schön, doch die wenigsten führen zu einem messbaren (Verkaufs-) Ergebnis. Sie müssen anderweitig gefunden werden. Das schaffen Sie nur, indem Sie auch so viel wie möglich im Internet präsent sind.

Drückt jemand den Google- Suchknopf und Sie tauchen auf der ersten Seite der Suchergebnisse auf, was denken Sie, was der Suchende dann macht? Allerdings …. denken Sie an die 5 Sekunden. Mehr haben Sie nicht und es gibt keine 2. Chance.

Nun ist eine tolle Homepage das eine. Bekanntwerden und Bekanntmachen ist etwas ganz anderes. Nur eine Homepage zu haben, reicht nicht. Reden wir von Social Media, dann wird es oft aufs Internet projiziert und von vielen nur als sinnlose Chatrooms oder seit kurzem mit Twitter-Gezwitscher zum Zeit-tod-schlagen assoziiert. Social Media ist im “Real Life” all das, wo man sich blicken lässt und sich bekannt macht. Da ist der Sportverein, der Fachvortrag, der Stammtisch, der Aushang am Schwarzen Brett, der Unternehmer-Stammtisch und der Small Talk mit dem Nachbarn.

Übertragen Sie das auf den Internet-Bereich. Was unternehmen Sie bereits? Um sich selbst zu zeigen und um so stetig, Tropfen für Tropfen, den Stein des “Hier bin ich – hier ist, was ich kann – Hier kenne ich mich aus – ich bin ehrlich – ich bin fair – ich bringe Nutzen ….” zu höhlen.

Machen wir uns nichts vor, die meisten tun es als Zeitverschwendung ab. Und genau die könnten sich wirklich besser die besagte Zigarre mit dem grossen Schein anbrennen als das Geld für sinnlose, uneffektive und uneffiziente Werbung zum Fenster raus zu werfen.

Schauen Sie sich an, wie es die Menschen und Unternehmen praktizieren, die auch in Krisenzeiten keine Einbußen haben. Fragen Sie und lassen Sie sich die Wege zeigen.

Weshalb ich den Social Media-Bereich auch für Führungs- und Fachkräfte so unentbehrlich halte, das kommt im nächsten Beitrag.

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